Blogge um Dein Leben? Hier ein neues
Unterblog meiner
Webseite (neben dem
zur IT-Sicherheit
ist es heute bereits
das zweite neue
Unterblog). Sinn und
Zweck der neuen
Blogs ist es, mehr
Struktuierung in
meine Blogs zu
bringen. Die Themen
waren mir bisher zu
schlecht
kategorisiert. Doch
jetzt zum
Postingthema: Warum
bloggen jetzt
eigentlich so viele
Leute? Autor/Author: Dipl.-Inform. (FH) Steffen Wendzel (Date/Datum: 2008-08-27-23:36, Hits: 700)
In den letzten Jahren konnte man beobachten, dass immer mehr Leute dazu übergingen, sich einen Blog anzulegen. Ich selbst blogge seit circa 2002 oder 2003 und habe seit 1999 permanent eine oder mehrere Webseiten gehabt. Ich finde, es ist eine unglaubliche kulturelle Bereicherung für die Gesellschaft, insbesondere für die daran interessierten bzw. beteiligten. Letztere nennen sich übrigens die digitale Bohème.
Erst vor einiger Zeit habe ich verstanden, dass viele Leute sich allein durch ihre Weblogs einen Lebensunterhalt sichern können (dazu müssen Traffic-Raten von Nöten sein, von denen ich bisher nur träumen kann ;-)). Ich verdiene zwar nicht selbst Geld durch meinen Blog, und daher ist mein Weblog (mal mit Ausnahme der Bücherwerbung) frei von Werbeelementen (wie etwa Google-Ads), aber dafür (und das gehört auch zur digitalen Bohème) betreibe ich mit Kollegen ein Online-Startup (und zwar ein Immobilienportal (inmolibre.com), das im Übrigen wegen der recht ansehnlichen Konkurenz recht große Anlaufschwierigkeiten hat und jetzt etwa ein virtel Jahr online ist). Es gibt also nicht nur die Euphorie, sondern auch die Konkurenz; eine enorme Konkurenz! Selbst in noch nicht sooo internetsüchtigen Staaten gibt es eigentlich schon fast alles (oder noch kein Internet). Würde man etwa in Deutschland eine Immobilien-Webseite gründen, könnte man ohne enorme Marketingausgaben gleich einpacken, da die Konkurenz zu groß ist. Selbst für uns in Südamerika ist es enorm schwierig. Man hätte vor Jahren auftauchen müssen, aber vielleicht können wir ja noch irgendwann mal soetwas wie echte Einnahmen verbuchen -- Spaß macht es jedenfalls trotzdem und wenn dieses Projekt nichts wird, dann kommen andere. Aber ... wie wird es mit dem Website-Boom weitergehen? Werden jetzt die ganzen Nischenseiten weiter explodieren, bis alle nur erdenklichen und auch nur halbwegs versprechenden Nischen gefüllt sind (kann ja nicht mehr sooo lang dauern) und dann dem gemeinsamen Bankrott entgegensegeln, oder wird der Erfolg noch viele Jahre bleiben und bleibt der Kuchen groß genug für alle?

In meiner Begeisterung für diese Subkultur, der ich mich angehörig fühle, die eine neue Freiheit in Form einer gewissen Unabhängigkeit und Selbstverantwortung lebt, habe ich mir das Buch "Wir nennen es Arbeit" bestellt (okay, das ist ein Partner-Link, ich gebe es zu). Gestern wurde es geliefert und bisher mag ich es. Die Autoren haben den Begriff "digitale Bohème" geprägt und -- soweit ich es bisher beurteilen kann -- ein wirklich tolles Buch geschrieben. Gut finde ich ganz besonders, dass der positive Einfluss dieser sehr kreativen Subkultur auf die Wirtschaft gezeigt wird. Ich werde, sobald ich es durchgelesen habe, noch eine Rezension nachreichen. Zum Buch gibt es im Übrigen auch ein Weblog!
Wenn man meine obige Frage aufgreift und von Kommerzseiten auf Blogs überträgt, dann gelange ich zu der Frage, was passiert, wenn in einigen Jahren 10x so viele Menschen versuchen, online durch Blogs ihr Geld zu verdienen. Werden dann Rivalitäten ausbrechen (neben den Einnahmen gibt es ja schließlich auch Anerkennung zu kassieren)? Werden die Einnahmen pro Klick bei Werbeeinblendungen an Wert verlieren? Werden insgesamt die Trafficzahlen sinken? Oder wird durch die Zunahme an interessierten Bloglesern ein Konstantes oder gar steigendes Trafficniveau bevorstehen (Laut "Wir nennen es Arbeit" sind angehörige der Subkultur gegenseitig ihre besten Kunden ...)? Ich weiß nicht, ob das Buch auch darauf eingeht, aber die Zukunft wird meine Frage beantworten. Derzeit kann man diese Frage wohl noch nicht beantworten, aber zumindest ist bisher eine kollektive Co-Existenz der Blogs zu beobachten (man verlinkt sich ja schließlich gegenseitig um sich etwas gutes zu tun!). ____________
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