OpenSource Geschichte Heute habe ich für
die nächste Auflage
(erscheint nicht vor
2009/2010!) von
unserem Buch 'Linux.
Das
distributionsunabhängige
Handbuch' das
Kapitel zur
Geschichte von Linux
und OpenSource
erweitert. Autor/Author: Dipl.-Inform. (FH) Steffen Wendzel (Date/Datum: 080728-18:27, Hits: 927)
Speziell wichtige Details sind hinzugekommen (etwa die Gründe, die Richard Stallman (Blog) dazu bewogen haben, das GNU-Projekt zu gründen oder die Tatsache, dass es Bootdisks und Rootdisks gab, die quasi als Zwischenschritt zwischen reinem Kernelquellcode und dem Softlanding Linux System (SLS), also quasi der ersten Distribution, zu sehen sind).
Nachtrag:
Um wenigstens noch zu erklären, was ich heute auf Papier gebracht habe ...
Zu Richard Stallmans Gründen, das GNU-Projekt zu gründen: Stallman war ja zunächst am Labor für künstliche Intelligenz am MIT beschäftigt. Das ganze hat sich dann nach und nach aufgelößt (soweit ich weiß wurden die einzelnen Mitarbeiter in Firmen tätig, aber genaue Gründe sind mir nicht bekannt, weshalb ich hier auch im Buch nicht ins Detail ging, denn etwas falsches möchte ich nicht schreiben). Stallman vermißte die dortige Hacking-Atmosphäre und erhielt sie erst durch das GNU-Projekt wieder. Ein anderer Grund zur Gründung des GNU-Projekts war, dass damals mehr und mehr Code binär vertrieben wurde (das bestätigen zumindest zwei Bücher und Wikipedia) und Stallman quelloffene Software weiter existent haben wollte (und Ziel des GNU-Projekts ist es ja nunmal, dass ein freies Betriebssystem entsteht). Daher auch der von Stallman vorgeschlagene Bezeichnung 'GNU/Linux' (aber das ist bereits in der aktuellen Auflage erklärt: siehe hier).
Zu Boot/Rootdisks: Linus Torvalds (also der, der Linux zunächst alleine entwickelt hatte), fing an, Images von Boot- und Rootkdisks auf den FTP-Server zu laden, auf dem auch die Kernelimages lagen. Der Grund dafür ist, dass nicht jeder Anwender wusste, wie man seinen eigenen Kernel kompiliert, dann bootet und Software für dieses System baut (klar!, kann heute auch kaum jemand!). Die Boot/Rootdisks haben diese Situation etwas erleichtert. Zunächst wurde die Bootdisks in den Rechner eingelegt und der Rechner neu gestartet.
Die Bootdisk beinhaltete den Linux-Kernel, der dann geladen wurde. Nachdem der Kernel-Bootvorgang abgeschlossen war, musste man dann die Rootdisk einlegen, sie enthielt verschiedene Grundprogramme, mit denen man dann bereits arbeiten konnte. So wurde Linux schließlich einer viel höheren Zahl an Anwendern zugänglich. Der nächste Schritt, den man in Richtung Benutzerfreundlichkeit unternahm, war dann das SLS (s. oben), dass die erste Linux-Distribution darstellte. Linux-Distributionen beinhalten bereits den Linux-Kern sowie diverse Benutzersoftware und eine Installationsroutine. Später hat Patrick Volkerding dann die älteste, noch bestehende Linux-Distribution "Slackware-Linux" erstellt. Slackware-User mussten (das habe ich selbst noch in Erinnerung) noch viele Jahre die Images der Boot- und Rootdisks auf Disketten schreiben. Allerdings gab es eine ganze Reiher verschiedener vordefinierter Bootdisks zur Auswahl (etwa eine mit IDE-Treibern, eine mit einer gewissen Anzahl von SCSI-Treibern usw.).
So, nun habe ich dazu mehr Informationen in meinen Blog geschrieben, als in das Kapitel des distributionsabhängigen Handbuches :-)
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